Einbürgerungstest Zürich (Grundkenntnistest): Ablauf, Themen und Vorbereitung
Wozu der Test dient
Wer sich im Kanton Zürich ordentlich einbürgern lassen will, muss Grundkenntnisse über Geografie, Politik, Geschichte und Gesellschaft der Schweiz, des Kantons Zürich und der Zürcher Gemeinden nachweisen. Die meisten Gesuchstellenden tun das mit dem Grundkenntnistest (GKT). Das Gemeindeamt des Kantons stellt den Test den Gemeinden kostenlos zur Verfügung. Laut der Studie des Kantons von 2025 verwenden ihn inzwischen alle Zürcher Gemeinden.
Der Aufbau
Das Handbuch Einbürgerungen des Kantons (Abschnitt 4.6.2.1) legt den Aufbau fest:
- Der Katalog umfasst 350 Fragen. Der Kanton veröffentlicht sie alle.
- Jeder Test hat 50 Fragen, die jedes Mal zufällig aus dem Katalog gezogen werden.
- Die 50 Fragen verteilen sich auf die Staatsebenen: 35 zum Bund, 10 zum Kanton, 5 zu den Gemeinden.
- Sie bestehen mit 30 richtigen Antworten (60 Prozent).
- Der Test ist digital. Sie beantworten die Fragen im Testlokal an einem Computer oder Tablet.
Das Handbuch legt keine Zeitlimite fest. Die Zeit bestimmt die Gemeinde oder der Anbieter, der den Test durchführt. Fragen Sie bei der Anmeldung danach.
Die Fragen sind auf Deutsch. Die kantonale Verordnung verlangt Frageformen, deren Antworten eindeutig richtig oder falsch sind. Laut Handbuch muss der Test mit schriftlichen Deutschkenntnissen auf Niveau A2 zu bestehen sein, dem Niveau, das die Einbürgerung ohnehin verlangt.
Wer ihn machen muss und wer nicht
Sie müssen den Test nicht machen, wenn Sie:
- mindestens fünf Jahre die obligatorische Schule in der Schweiz besucht haben, davon mindestens drei Jahre auf Sekundarstufe I (zum Beispiel Sek A, B oder C),
- eine Ausbildung auf Sekundarstufe II in der Schweiz abgeschlossen haben (Berufslehre oder Gymnasium),
- bei der Einreichung des Gesuchs die obligatorische Schule oder eine Ausbildung auf Sekundarstufe II in der Schweiz besuchen.
Eine Privatschule zählt, wenn sie auf Deutsch unterrichtet. Eine Privatschule, die hauptsächlich in einer anderen Sprache unterrichtet, befreit Sie nicht.
Kinder unter 12 Jahren müssen die Integrationskriterien nicht erfüllen und machen deshalb keinen Test. Kinder von 12 bis 16 Jahren dürfen ihn machen, aber die Gemeinde darf das Gesuch eines Kindes nicht allein deshalb abweisen, weil es den Test nicht bestanden hat. Viele Kinder in diesem Alter sind wegen ihrer Schulzeit ohnehin befreit.
Ob eine Befreiung für Sie gilt, entscheidet Ihre Gemeinde. Der Kanton bietet auf seiner Testseite einen kurzen Selbsttest an.
Wann, wo und wie Sie sich anmelden
Sie melden sich über Ihre Gemeinde an. Sie teilt Ihnen mit, wann und wo der Test stattfindet. Die Gemeinde kann den Test selbst durchführen oder einer externen Bildungsinstitution übertragen.
Jede Gemeinde entscheidet auch, wann Sie den Test machen: vor der Einreichung des Gesuchs oder während des Verfahrens. Auf der Testseite des Kantons finden Sie eine Liste, was jede Gemeinde verlangt. Der bestandene Test ist keine Voraussetzung für die Einreichung: Wenn Ihre Gemeinde den Test vorher verlangt und Sie ihn noch nicht bestanden haben, können Sie das Gesuch trotzdem einreichen und den Test während des Verfahrens wiederholen.
In der Stadt Zürich zum Beispiel machen Sie den Test nach der Einreichung des Gesuchs im Stadthaus. Die Stadt lädt Sie ein.
Was er kostet
Die Gebühr hängt von der Gemeinde und vom Testanbieter ab. Der Kanton nennt keinen einheitlichen Betrag. Zwei Beispiele: Die Stadt Zürich verlangt für den Test nichts; in der Gebührenübersicht von Winterthur vom Januar 2026 stehen CHF 150. Fragen Sie Ihre Gemeinde, was für Sie gilt. Die Testgebühr kommt zu den Einbürgerungsgebühren von Gemeinde, Kanton und Bund hinzu, siehe Gebühren.
Die fünf Themenbereiche
Der Katalog hat fünf Bereiche. Jeder Bereich umfasst Bund und Kanton; die ersten beiden auch die Gemeinden.
- Demokratie und Föderalismus: Bundesverfassung, Grundrechte, Parlament, Bundesrat, Gerichte, Volksrechte, Wahlen und die Aufgabenteilung zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden. Themenseite
- Sozialstaat und Zivilgesellschaft: Sozialversicherungen, Krankenkasse, Steuern, Schule, Arbeit, Wohnen zur Miete, Ehe und Familie, Vereine. Themenseite
- Geschichte: von den Römern und 1291 bis zum Bundesstaat von 1848, zum Frauenstimmrecht und zur Einwanderung, dazu die Geschichte Zürichs. Themenseite
- Geografie: Landschaften, Flüsse, Sprachen, Nachbarländer und die Geografie des Kantons Zürich. Themenseite
- Kultur und Alltagskultur: Bräuche und Feiertage, Symbole, Sport, Schriftstellerinnen, Schriftsteller und Kunstschaffende, internationale Organisationen und Anlässe in Zürich. Themenseite
Weil 15 der 50 Fragen den Kanton und die Gemeinden betreffen, sind die kantonalen und kommunalen Fragen aller Bereiche zusätzlich auf einer Seite zusammengefasst: Kanton und Gemeinden Zürich.
Der Katalog gilt für den ganzen Kanton. Die fünf Gemeindefragen betreffen die Zürcher Gemeinden im Allgemeinen, nicht Ihre eigene Gemeinde im Besonderen.
So bereiten Sie sich vor
Die Testseite des Kantons bietet drei kostenlose Hilfsmittel:
- einen Übungstest online,
- die Broschüre zur Einbürgerung (PDF, 76 Seiten, Deutsch; gedruckt bei Ihrer Gemeinde),
- die Liste mit allen Fragen (PDF, 78 Seiten, Deutsch).
Das Handbuch verlangt, dass Sie alles, was der Test fragt, mit diesen Hilfsmitteln lernen können. Der Kanton nennt zusätzlich weitere Bücher und Broschüren, etwa «Der Bund kurz erklärt» der Bundeskanzlei, hält aber fest, dass Sie diese für den Test nicht brauchen. Die Stadt Zürich schickt Ihnen die Broschüre mit der Einladung zum Test per Post.
Ein Plan, der für viele funktioniert:
- Lesen Sie die Broschüre einmal Bereich für Bereich durch, um die Zusammenhänge zu verstehen.
- Lernen Sie den Katalog Bereich für Bereich. Beginnen Sie mit Demokratie und Föderalismus, dem grössten Bereich.
- Machen Sie Übungstests auf Deutsch mit Zeitlimite, bis Sie deutlich über 30 richtigen Antworten liegen.
Wir geben auf dieser Website keine Frage aus dem Katalog wieder. Lesen Sie ihn auf der Seite des Kantons.
Wenn Sie nicht bestehen
Sie können den Test wiederholen. Das Handbuch begrenzt die Zahl der Versuche nicht und erlaubt keine Wartefrist vor dem nächsten Versuch. Wenn Sie den Test während des Verfahrens machen und mehrmals nicht bestehen, kann die Gemeinde das Gesuch abweisen. Sie muss Sie aber vorher mindestens einmal wiederholen lassen. Wer mehrmals nicht besteht, bei dem muss die Gemeinde die Gründe prüfen. Fragen Sie Ihre Gemeinde, was eine Wiederholung kostet.
Wenn Sie eine Behinderung, eine schwere Krankheit, eine ausgeprägte Lern-, Lese- oder Schreibschwäche haben oder nicht lesen und schreiben können, muss die Gemeinde das berücksichtigen. Sie kann Ihnen zum Beispiel mehr Zeit geben, einen Einzeltest ermöglichen oder Sie vom Test befreien. Sie müssen den Umstand belegen, zum Beispiel mit einem Bericht einer Fachperson. Siehe Abschnitt 4.9 des Handbuchs.
Häufige Fehler
- Nur die Bundesfragen lernen. 15 der 50 Fragen betreffen den Kanton und die Gemeinden.
- Nur in der eigenen Sprache lernen. Der Test ist auf Deutsch. Üben Sie die deutschen Formulierungen, bis Sie sie wiedererkennen.
- Annehmen, dass man befreit ist. Die Gemeinde entscheidet. Der Besuch einer Privatschule, die hauptsächlich in einer anderen Sprache unterrichtet, zählt nicht.
- Allgemeine Bücher statt des Katalogs lernen. Die Hilfsmittel des Kantons decken alles ab, was der Test fragt.
- Zu spät beginnen. Wenn Ihre Gemeinde den Test vor dem Gesuch verlangt, bestimmt er das Tempo Ihres ganzen Verfahrens.
- Nicht nach der Zeitlimite fragen. Das Handbuch legt keine fest. Fragen Sie Ihre Gemeinde oder den Anbieter, wie viel Zeit Sie haben.
Kontakt
Fragen zum Test beantwortet das Gemeindeamt, Abteilung Einbürgerungen: grundkenntnistest@ji.zh.ch, Telefon +41 43 259 83 81. Fragen zu Termin, Ort und Gebühren beantwortet Ihre Gemeinde.
Wie unser Training dazu passt
Unsere Übungsfragen sind eigene, originale Fragen. Sie behandeln dieselben Themen wie der Test, in derselben Aufteilung auf Bund, Kanton und Gemeinden, sind aber nicht die Fragen des Kantons. Sie lernen zuerst in Ihrer Sprache und danach auf Deutsch, der Sprache des Tests.
Nächster Schritt
Probieren Sie die kostenlosen Fragen aus. Wenn Ihre Gemeinde auch ein Gespräch führt, lesen Sie Das Einbürgerungsgespräch.