Einbürgerungstest Zürich: Kanton und Gemeinden
Warum diese Seite wichtig ist
Jeder Zürcher Grundkenntnistest hat 35 Fragen zum Bund, 10 zum Kanton und 5 zu den Gemeinden. Das sind 15 von 50 Fragen, und Sie brauchen 30 richtige Antworten zum Bestehen. Im Katalog sind diese Fragen über die fünf Bereiche verteilt. Diese Seite fasst sie zusammen.
Die Gemeindefragen sind für alle im Kanton gleich. Sie betreffen die Zürcher Gemeinden im Allgemeinen, nicht Ihre eigene Gemeinde.
Hier stehen die Fakten, die Sie kennen sollten, in unseren eigenen Worten. Die Fragen des Kantons geben wir nicht wieder.
Der Kanton: Parlament und Regierung
- Der Kanton hat eine eigene Verfassung. Die Kantone führen vor allem ihre eigene Verwaltung und erlassen kantonale Gesetze.
- Das Kantonsparlament ist der Kantonsrat. Seine 180 Mitglieder werden vom Volk für vier Jahre gewählt. Er entscheidet über Verfassungsänderungen und Gesetze.
- Die Kantonsregierung ist der Regierungsrat mit sieben Mitgliedern, die das Volk direkt wählt.
- Die kantonale Verwaltung besteht aus sieben Direktionen und der Staatskanzlei. Die Baudirektion ist eine davon; die Abteilung Einbürgerungen gehört zum Gemeindeamt in der Direktion der Justiz und des Innern.
- Zürich hat zwei Sitze im Ständerat und 36 der 200 Sitze im Nationalrat, mehr als jeder andere Kanton.
Volksrechte im Kanton
- Kantonale Volksinitiative: Unterschreiben 6000 Stimmberechtigte innerhalb von sechs Monaten, muss eine Volksabstimmung stattfinden.
- Fakultatives Referendum: 3000 Stimmberechtigte, 45 Mitglieder des Kantonsrats oder zwölf Gemeinden (oder die Stadt Zürich oder Winterthur) können über einen Beschluss des Kantonsrats eine Abstimmung verlangen.
- Eine einzelne stimmberechtigte Person kann mit einer Einzelinitiative einen Vorschlag in den Kantonsrat einbringen; damit er weiterkommt, braucht er die Unterstützung von 60 Mitgliedern.
- Wer kein Stimmrecht hat, auch Ausländerinnen und Ausländer, kann trotzdem mitwirken, zum Beispiel mit einer Petition an die Behörden.
Kantonale Aufgaben im Alltag
- Der Kanton führt die Universität Zürich.
- Das Strassenverkehrsamt stellt Führerausweise aus und lässt Fahrzeuge zu.
- Kanton und Gemeinden erheben Einkommens- und Vermögenssteuern.
- Zusammen mit den Gemeinden organisiert und finanziert der Kanton die obligatorische Schule, die in Zürich mit dem Kindergarten beginnt.
Fakten zum Kanton
- Das Kantonswappen ist schräg in Weiss und Blau geteilt.
- Der Kanton hat 12 Bezirke und 160 politische Gemeinden. Hauptort ist die Stadt Zürich; die grössten Städte sind Zürich, Winterthur und Uster.
- Geschichte, Geografie und Kultur des Kantons finden Sie auf den Bereichsseiten: Geschichte, Geografie, Kultur und Alltagskultur.
Wie eine Zürcher Gemeinde organisiert ist
- Die Gemeinde ist die unterste der drei Staatsebenen. In der Gemeinde wirken die Stimmberechtigten durch Wahlen und Abstimmungen mit.
- In einer Versammlungsgemeinde ist die Gemeindeversammlung die Legislative. Sie entscheidet zum Beispiel über das Budget.
- In einer Parlamentsgemeinde tritt ein gewähltes Gemeindeparlament an die Stelle der Versammlung. Rund die Hälfte der Kantonsbevölkerung lebt in Parlamentsgemeinden. Das Parlament der Stadt Zürich wird direkt vom Volk gewählt.
- Die Exekutive ist der Gemeindevorstand. In Versammlungsgemeinden heisst er meist Gemeinderat und wird von einer Gemeindepräsidentin oder einem Gemeindepräsidenten geleitet; in Parlamentsgemeinden heisst er Stadtrat. Der Stadtrat der Stadt Zürich leitet die Stadtverwaltung und legt die Ziele der Stadt fest.
Achtung beim Wort Gemeinderat: In einer kleinen Gemeinde ist er die Exekutive, in der Stadt Zürich aber heisst so das Parlament.
Was die Gemeinde macht
- Sie führt das Einwohnerregister. Wenn Sie umziehen, melden Sie sich bei der Einwohnerkontrolle an.
- Sie führt die Primarschulen, geleitet von der Schulleitung.
- Sie plant die kommunale Nutzung des Bodens und entscheidet über Baubewilligungen.
- Sie zahlt Sozialhilfe an Menschen, deren Einkommen und Vermögen die Lebenskosten nicht decken. Der Finanzausgleich unterstützt Gemeinden, die finanzschwach sind oder hohe Soziallasten tragen.
- Das Wahlbüro zählt bei Abstimmungen und Wahlen die Stimmzettel aus.
- Quartiervereine vertreten die Anliegen der Bevölkerung gegenüber den Behörden. Informationen über die Dienstleistungen der Gemeinde finden Sie in der Lokalzeitung oder auf der Website der Gemeinde.
- Die Gemeinde erteilt auch das Gemeindebürgerrecht, das erste der drei Bürgerrechte, die Sie bei der Einbürgerung erhalten.
So lernen Sie diesen Bereich
Lernen Sie die Namen in drei Spalten, Bund, Kanton und Gemeinde: Bundesversammlung, Kantonsrat, Gemeindeversammlung oder Gemeindeparlament; Bundesrat, Regierungsrat, Gemeinderat oder Stadtrat. Schauen Sie dann die Website Ihrer eigenen Gemeinde an: Ist sie eine Versammlungs- oder eine Parlamentsgemeinde, und wer leitet sie? So merken Sie sich die allgemeinen Regeln leichter, und es hilft auch im Einbürgerungsgespräch.
Nächster Schritt
Üben Sie diese Themen mit den kostenlosen Fragen. Aufbau und Anmeldung: Grundkenntnistest. Die anderen Bereiche: Demokratie und Föderalismus, Sozialstaat und Zivilgesellschaft.